Sake – Tradition und Kultur in Japan
Sake ist seit Jahrhunderten eng mit der japanischen Kultur verbunden. Er wird nicht nur zum Essen oder bei geselligen Anlässen getrunken, sondern spielt auch bei religiösen Zeremonien, Festen und besonderen Lebensereignissen eine Rolle.
Die Verbindung von Reis, Sake und japanischer Kultur ist dabei besonders wichtig. Reis war über lange Zeit eines der bedeutendsten Grundnahrungsmittel Japans und wurde ebenso wie Sake als Opfergabe verwendet.
Sake im Shintoismus
Im Shintoismus wird Sake traditionell als Opfergabe für die Kami, die Gottheiten des Shinto, dargebracht.
Solcher heiliger oder geopferter Sake wird häufig als Omiki (御神酒) bezeichnet. Auch heute findet man an vielen Shinto-Schreinen Sake-Flaschen oder dekorative Sake-Fässer, die als Gaben gestiftet wurden.
Sake bei Hochzeiten
Auch bei traditionellen Shinto-Hochzeiten spielt Sake eine Rolle.
Beim Ritual San-san-kudo trinken Braut und Bräutigam nacheinander aus drei Sake-Schalen. Das gemeinsame Trinken steht für die Verbindung des Paares und gehört zu den bekanntesten traditionellen Hochzeitsbräuchen Japans.
Neujahr und Toso
Zum japanischen Neujahr gehört traditionell O-toso.
Dabei handelt es sich um ein alkoholisches Getränk, bei dem verschiedene Kräuter in Sake oder Mirin eingelegt werden. Es wird traditionell zum Jahresbeginn getrunken und ist mit dem Wunsch nach Gesundheit und einem guten neuen Jahr verbunden.
Kagami-biraki – das Öffnen des Sake-Fasses
Bei Festen, Eröffnungen und anderen besonderen Anlässen findet man häufig das Kagami-biraki (鏡開き).
Dabei wird der Deckel eines Sake-Fasses mit Holzschlägeln geöffnet und der Sake anschließend gemeinsam ausgeschenkt. Das Ritual steht heute vor allem für Glück und einen guten Beginn.
Gemeinsam Sake trinken
Auch beim gemeinsamen Essen und Trinken hat Sake eine lange gesellschaftliche Tradition.
Bei formelleren Anlässen ist es üblich, anderen Personen Sake einzuschenken, statt nur das eigene Glas zu füllen. Solche Bräuche unterscheiden sich jedoch je nach Situation, Alter und Gesellschaft und werden im heutigen Japan nicht überall gleich streng gehandhabt.
Kura und regionale Traditionen
Sake ist außerdem eng mit den verschiedenen Regionen Japans verbunden.
Klima, Wasser, regionale Küche, Reissorten und lokale Brautraditionen haben dazu beigetragen, dass sich in den einzelnen Regionen unterschiedliche Sake-Stile entwickelt haben. Viele Kura – japanische Sake-Brauereien – bestehen seit Generationen und verbinden traditionelle Arbeitsweisen mit moderner Technik.
Gerade kleinere Brauereien bewahren häufig einen starken Bezug zu ihrer Region und ihrer eigenen Geschichte.
Sake heute
Heute wird Sake längst nicht mehr nur in Japan getrunken. Internationale Restaurants, Verkostungen und Sake-Wettbewerbe haben dazu beigetragen, dass japanischer Sake auch außerhalb Japans bekannter geworden ist.
Trotzdem bleibt die Verbindung zu Reis, regionaler Herkunft, Brauhandwerk und japanischer Ess- und Festkultur ein wichtiger Teil seiner Geschichte.
Wer sich mit Sake beschäftigt, entdeckt deshalb nicht nur unterschiedliche Geschmacksrichtungen, sondern auch ein Stück japanischer Kultur.

