Trinktemperatur von Sake – kalt, zimmerwarm oder warm?
Eine Besonderheit von Sake ist, dass er bei sehr unterschiedlichen Temperaturen getrunken werden kann. Gekühlt, bei Raumtemperatur oder erwärmt kann derselbe Sake jeweils andere Aromen und Geschmackseindrücke zeigen.
Die richtige Trinktemperatur hängt deshalb nicht allein von der Sake-Kategorie ab. Entscheidend sind auch Stil, Aroma, Speisenbegleitung und persönlicher Geschmack.
Sake gekühlt trinken – Reishu
Gekühlter Sake wird allgemein als Reishu (冷酒) bezeichnet. Besonders aromatische oder leichte Sake werden häufig gekühlt serviert.
Bei niedrigen Temperaturen wirkt Sake oft frischer und leichter, während Süße und Umami weniger deutlich wahrgenommen werden können. Fruchtige und florale Aromen können dagegen besonders angenehm hervortreten.
Auch für gekühlten Sake gibt es in Japan verschiedene Bezeichnungen:
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Yuki-hie (雪冷え) – etwa 5 °C
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Hana-hie (花冷え) – etwa 10 °C
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Suzu-hie (涼冷え) – etwa 15 °C
Sehr kalte Temperaturen sind jedoch nicht für jeden Sake ideal, da sie feinere Geschmackseindrücke auch verdecken können.
Sake bei Raumtemperatur
Auch bei Raumtemperatur kann Sake sehr interessant sein. In Japan wird dafür unter anderem die Bezeichnung Shitsu-on (室温) verwendet.
Bei ungefähr 20 °C können Aroma, Süße, Säure und Umami ausgewogen wahrgenommen werden. Besonders bei charaktervollen Junmai, gereiften Sake oder anderen kräftigeren Stilen lohnt es sich, unterschiedliche Temperaturen auszuprobieren.
Sake warm trinken – Kanzake
Erwärmter Sake wird allgemein als Kanzake (燗酒) bezeichnet.
Durch das Erwärmen können sich Geschmack und Mundgefühl deutlich verändern. Süße und Umami können stärker wahrgenommen werden, während fruchtige Aromen oftmals zurücktreten. Besonders Junmai, Honjozo und kräftigere Sake-Stile eignen sich häufig gut zum Erwärmen – allerdings entscheidet letztlich der jeweilige Sake.
In Japan gibt es für verschiedene Temperaturen eigene Bezeichnungen:
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Hinatakan (日向燗) – etwa 30 °C
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Hitohadakan (人肌燗) – etwa 35 °C
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Nurukan (ぬる燗) – etwa 40 °C
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Jōkan (上燗) – etwa 45 °C
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Atsukan (熱燗) – etwa 50 °C
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Tobikirikan (飛びきり燗) – etwa 55 °C oder darüber
Welche Temperatur ist die richtige?
Eine feste Regel gibt es nicht. Ein Ginjo oder Daiginjo wird häufig eher gekühlt getrunken, während viele Junmai, Honjozo oder Futsū-shu auch bei Raumtemperatur oder erwärmt sehr interessant sein können.
Am besten probiert man einen Sake bei verschiedenen Temperaturen. Schon wenige Grad können Aroma, Süße, Umami und Mundgefühl verändern.
So lässt sich herausfinden, bei welcher Temperatur der jeweilige Sake persönlich am besten schmeckt.

