welcher Sake eignet sich zum Kennenlernen?
Wer zum ersten Mal Sake probiert, steht schnell vor vielen Begriffen wie Junmai, Ginjo, Daiginjo, Honjozo oder Nigori. Dabei muss der Einstieg gar nicht kompliziert sein.
Es gibt nicht den einen Sake, der für jeden Einsteiger richtig ist. Manche mögen einen fruchtigen und leichten Stil, andere bevorzugen trockene oder kräftigere Sake. Für den Anfang eignen sich deshalb vor allem Sake, deren Geschmack zugänglich und ausgewogen ist und bei denen sich die typischen Unterschiede gut entdecken lassen.
Fruchtig und aromatisch
Viele Ginjo und Junmai Ginjo zeigen fruchtige oder florale Aromen, die beispielsweise an Apfel, Birne, Banane oder Melone erinnern können.
Diese Sake wirken häufig leicht und elegant und werden meist eher gekühlt serviert. Für Menschen, die bisher vor allem Wein kennen, kann ein solcher Stil ein interessanter Einstieg sein.
Dabei bedeutet Ginjo nicht automatisch „besser“ – es ist einfach eine bestimmte Art der Herstellung und Aromatik.
Mild und ausgewogen
Auch ein ausgewogener Junmai oder Honjozo kann sich sehr gut zum Kennenlernen eignen.
Solche Sake können weniger ausgeprägt fruchtig sein und dafür mehr Reis, Umami oder einen etwas volleren Geschmack zeigen.
Gerade hier lässt sich gut entdecken, dass Sake nicht nur kalt getrunken werden muss. Viele Junmai und Honjozo können auch bei Raumtemperatur oder leicht erwärmt interessant sein.
Trocken oder süß?
Auch beim Sake gibt es trockenere und süßere Varianten.
Ein trockener Sake wird auf Japanisch häufig als Karakuchi bezeichnet, ein süßerer Stil als Amakuchi.
Wer noch nicht weiß, was ihm gefällt, kann am besten unterschiedliche Stilrichtungen miteinander vergleichen. Dabei sollte man sich nicht nur an einer Zahl wie dem Nihonshudo beziehungsweise Sake Meter Value (SMV) orientieren. Säure, Umami und Alkohol beeinflussen ebenfalls, wie trocken oder süß ein Sake tatsächlich wirkt.
Nigori und Sparkling Sake
Für manche Einsteiger sind auch Nigori oder Sparkling Sake interessant.
Nigori enthält noch feine Bestandteile des Reises und wirkt dadurch häufig cremiger oder voller.
Sparkling Sake besitzt Kohlensäure und kann – je nach Produkt – leicht, fruchtig oder auch süßer wirken. Gerade für Menschen, die bisher wenig Erfahrung mit klassischem Sake haben, kann das ein unkomplizierter Einstieg sein.
Muss ein Sake für Einsteiger teuer sein?
Nein.
Ein höherer Preis bedeutet nicht automatisch, dass ein Sake für Einsteiger besser geeignet ist. Auch ein Junmai, Honjozo oder Futsū-shu kann sorgfältig hergestellt sein und einen sehr guten Einstieg bieten.
Viel wichtiger ist, einen Stil zu wählen, der zum eigenen Geschmack passt.
Wie sollte man Sake zum ersten Mal probieren?
Für den Einstieg empfiehlt es sich, Sake nicht zu kalt zu servieren. Bei sehr niedrigen Temperaturen können manche Aromen weniger deutlich wahrgenommen werden.
Ein fruchtiger Ginjo oder Junmai Ginjo kann beispielsweise zunächst leicht gekühlt probiert werden. Einen Junmai oder Honjozo kann man anschließend auch einmal bei Raumtemperatur testen.
Interessant ist es außerdem, denselben Sake zu einem Essen zu probieren. Dadurch zeigt sich häufig noch einmal eine andere Seite des Getränks.
Mehrere Sake miteinander vergleichen
Am besten lernt man Sake kennen, wenn man verschiedene Stilrichtungen nebeneinander probiert.
Zum Beispiel:
Ginjo oder Junmai Ginjo → fruchtiger und aromatischer
Junmai → häufig voller und umami-betonter
Honjozo → häufig leichter und klarer
Nigori → cremiger und ungewöhnlicher
Sparkling Sake → perlend und oft besonders leicht zugänglich
Dabei handelt es sich um typische Stilrichtungen und nicht um feste Regeln. Jede Brauerei und jeder einzelne Sake kann anders ausfallen.
Gerade diese Vielfalt macht das Kennenlernen von Sake interessant.

